BayernUp2Date 0023

 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Robert Habeck hat seine Konten bei Facebook und Twitter gelöscht. Selbst die Qualitätspresse hält das für eine Nachricht und bringt es groß auf der ersten Seite. Warum? Weil einer aus der Generation Internet plötzlich nicht mehr mitmachen will. Bei Älteren ist es umgekehrt. Da gilt es als Nachricht, wenn Horst Seehofer, der schon im weltweiten Netz unterwegs war, als es das noch gar nicht gab, zum ersten Mal twittert. Senioren und Digitales: eine besondere Beziehung. Wie die Generation ab 65 digital unterwegs ist - bei ver.di Bayern sind das die Silberlocken -, beleuchten wir in diesem Newsletter.     

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Redaktion von BayernUp2Date

 

Inhalt:
+ Soziale Medien
+ Digitale Diktatur
+ Was bringt's?
+ Zum Lernen nie zu alt
+ Der Geschenktipp
+ Termine
+
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Soziale Medien
Twitter, sagt Robert Habeck, sei ein hartes Medium. Wer unüberlegt in die Tasten haue, vergreife sich schnell im Ton. Auch sonst haben soziale Medien nicht den besten Ruf. Auf Facebook werden Daten abgegriffen und man bewegt sich schlimmstenfalls in einer Filterblase, in der die eigenen Vorurteile bestätigt werden. Ein Stammtisch im Internet. Trotzdem sind immer mehr Ältere auf Facebook. „Facebook vergreist“, heißt es wenig charmant über eine Studie von 2017, welche Menschen von 60 bis etwa 110 in einer Gruppe zusammenfasst. Die Greise unter ihnen sind sicher nicht auf Facebook. Und selbst wenn: Die Behauptung des Faktenfinders der Tagesschau, Menschen über 65 würden besonders häufig Fake News teilen, ist wohl - Fake News. Forscher aus Bremen behaupten, dass zehn Millionen der über 70-Jährigen noch nie im Internet waren und 20 Millionen Ältere „bei der Digitalisierung auf der Strecke bleiben“.

 

Digitale Diktatur
Wer nicht an die 20 Millionen auf der Strecke glaubt, erfährt in der Sendung quer vom 22. Februar 2018 (Minute 0:37–6:25), dass es nach einer anderen Studie etwa 16 Millionen sind. Aus allen Altersgruppen. Er erfährt auch, was es für Leute auf dem Land bedeutet, wenn die Sparkasse schließt und Fahrkarten nur noch am Automaten zu haben sind. Es sei „eine Art von Diktatur“, dass man heute alles online erledigen müsse. Wir gestehen: Die quer-Sendung finden Sie auch nur online. Solange sich die virtuelle Bankberaterin aus dem Allgäu nicht durchgesetzt hat, überlebt man fernab der großen Zentren nur mit Fahrgemeinschaften zur nächsten Sparkassenfiliale und mit Volkshochschulkursen, die Älteren immer noch geduldig ins Internet helfen, wenn die Enkel längst genervt die Augen verdrehen. Doch selbst der digital fitteste Opa ist abgehängt, falls er im Funkloch wohnt. Das betrifft, schreibt die Süddeutsche, in Deutschland immerhin etwa zwei Millionen. Wahrscheinlich funktioniert die virtuelle Bankberaterin dort auch nicht. 

 

Was bringt’s?
Nun ist es ja nicht so, dass moderne Technologie keine Vorteile hätte. Erst übers Internet ist vieles möglich: mit der Tochter in Sydney skypen, dem Enkel vor der Prüfung über WhatsApp Mut zusprechen, online einkaufen und die nächste Reise planen. Wer nicht aus dem Haus kann oder will, spaziert vielleicht virtuell durchs Museum. Fotos klebt man heute nicht mehr ins Album, sondern bastelt damit im Internet ein Fotobuch, lässt es drucken und ärgert sich nicht mehr über Fotoecken, die nicht richtig kleben. Wer früher einen Koffer voller Bücher mit in den Strandurlaub geschleppt hat, kann heute auf dem Tablet problemlos zehnmal so viele mitnehmen und beim Lesen – welche Wohltat für alte Augen! – die Schrift beliebig groß stellen. Die Bertelsmann Stiftung hat 2017 untersuchen lassen, wie gerade Ältere von der Digitalisierung profitieren. Sehr, sagt die Studie.

 
Zum Lernen nie zu alt
Es spricht also viel dafür, sich für den Umgang mit digitaler Technik fit machen zu lassen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen hat zusammen mit dem Bundesbildungsministerium zwischen 2013 und 2014 die „Senioren-Technik-Botschafter“ erfunden, die heute in mehreren Bundesländern als Techniklotsen unterwegs sind. Eine wichtige Erkenntnis aus dem Projekt: Am besten lernen Ältere von Gleichaltrigen, und wenn generationsübergreifendes Lernen noch so hoch gelobt wird. Die Servicestelle „Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen“ hat mit wissensdurstig.de eine Plattform ins Netz gestellt, auf der man Veranstaltungen für Ältere finden und auch anbieten kann.
 
Der Geschenktipp
Für Großeltern, die gerne etwas Nützliches schenken, haben wir einen Geschenktipp. Von diesem Geschenk profitieren vor allem Sie, doch vielleicht finden es auch die Enkelkinder gut. Aus China kommt der Babysitter-Roboter iPAL. Der ist etwas Ähnliches wie die „elektrische Großmutter“, die im Kino und auf der Bühne Erfolge gefeiert hat. Nur moderner ist er, und es gibt ihn tatsächlich. Verschenken Sie iPAL, und Sie können statt zum Enkelhüten auf Weltreise gehen.
 

Termine

  • Freitag 1. bis Sonntag 3. Februar 2019, Bielefeld: „Aktivcongress 2019“. Eine Veranstaltung von digitalcourage und dem ver.di-Institut für Kunst und Medien. Infos und Anmeldung (bis 23.1.)
  • Dienstag 19. bis Samstag 23. Februar, Köln: „Didacta digital“. Digitalisierung als ein Thema der Bildungsmesse. Infos
  • Donnerstag 21. und Freitag 22. Februar 2019, Berlin: „digitalsocialsummit“. NGOs und  Zivilgesellschaft diskutieren über Digitalisierung. Infos und Anmeldung
  • Samstag 6. April 2019, 8:45–16:30 Uhr, Augsburg: „Barcamp Digitalisierung“. Infos und Tickets

Ihre Hinweise auf Veranstaltungen zur Digitalisierung greifen wir gerne auf. Bitte per E-Mail an die Redaktion.
 

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